Wie verändert sich die Projektkommunikation durch Microblogging?
Microblogging stellt eine völlig neue Form der Kommunikation dar. Die Auswirkungen von Microblogging sind deshalb immer häufiger Gegenstand intensiver Diskussionen. Justin Franks vermutet in Anspielung auf Harvard-Professor Hansen, dass Microblogging die “Suchbarriere” in Organisationen senkt, während Stefan Hauptmann das Phänomen mit dem soziologischen Konzept der “unwahrscheinlichen Kommunikation” in Verbindung bringt.
In diesem Artikel schildern wir unsere Erfahrungen, wie Microblogging die Projektkommunikation verändert.
Im letzten Posting haben wir grundsätzliche Vorteile und Anwendungsfälle von Microsharing im Projektmanagement untersucht. Heute werden wir konkreter und zeigen, wie einfach die verschiedensten Aufgaben des Projektmanagements mit Communote unterstützt werden können.
Aufgaben zuweisen

Wie auch bei Twitter kann man in Communote das Kürzel @<username> verwenden, um eine Nachricht explizit zu adressieren. Jeder Nutzer kann als Empfänger selbst bestimmen, welche Reaktion Communote auf eine @-Erwähnung ausführen soll. Neben der Email-Benachrichtigung ist vor allem die schnelle Info über Instant Messaging (Jabber/XMPP) interessant.
Der große Vorteil dieser Form der Aufgabenzuweisung liegt in der Transparenz. Nicht nur der Projektleiter und in diesem Fall @tom erfahren von der Aufgabe, sondern das gesamte Projektteam. Damit ist der Ansprechpartner klar. Außerdem können andere Teammitglieder ihr Wissen (in diesem Fall zu Herrn Miller oder das Unternehmen ABC) beisteuern.
Projektdokumentation aufbauen

Es geht sehr schnell und einfach, kurze Zusammenfassungen von Meetings oder anderen Gesprächen zu posten. Damit sind auch alle Stakeholder informiert, die nicht dabei waren. Weiterhin hilft ein Blick in Communote damit, Fakten aus der (vergessenen) Vergangenheit wieder zu beschaffen und sich selbst ins Gedächtnis zu rufen.
Diskussion

Gerade schwierige Projekte oder Projekte mit hohem Neuigkeitsgehalt leben von der Diskussion zwischen den Teammitgliedern. Besonders bei verteilten oder größeren Teams ist es sehr schwierig, gleichzeitig alle Mitglieder zu einem Meeting zu versammeln. Außerdem tauchen bei diesen wieder Schwierigkeiten wie die Tagesform jedes Einzelnen oder Hemmnisse auf. Communote eignet sich perfekt für die offene Diskussion unter den Teammitgliedern. Da Communote asynchrone Diskussionen ermöglicht, können auch abgerissene “Gespräche” wiederaufgenommen und fortgesetzt werden.
Wissensidentifikation

Communote wird sich in Ihrem Projekt schnell zur zentralen Kommunikations- und Wissensplattform entwickeln. Mit Fragen wie “Wer hat Erfahrung mit ITIL” müssen Sie nicht mehr die Email-Postfächer fluten. Derjenige, der auf die Frage eine positive Antwort geben könnte, wird beim scannen der Nachrichten “hängen” bleiben und antworten. Alle anderen werden nicht belästigt.
Dokumentenmanagement

In jedem Communote-Posting können Dateianhänge verwendet werden. Damit eignet sich das Tool auch für ein einfaches Projekt-Dokumentenmanagement.
Multi-Projektmanagement
Communote ist eine Multi-Microblogging-Plattform. Sie können beliebig viele Microblogs starten und Nutzer hinzufügen. Damit bilden Sie verschiedenste Projekte auf einer Plattform ab. Der Multi-Projektmanager sieht dann die Postings aus allen seinen Projekten in einer integrierten Sicht auf einem Blick.
Im nächsten Beitrag werden wir über unsere Erfahrungen beim Einsatz von Communote in Projekten berichten und darüber wie Microblogging die Projektkommunikation verändert.
In Projekten ist klassischerweise ein Vielzahl an Informationen zu bewältigen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich oftmals die Teammitglieder kaum kennen und räumlich getrennt arbeiten. Ein gemeines Verständnis vom Arbeitsgegenstand herzustellen oder sogar einen Team-Spirit zu etablieren, ist deshalb oft schwer. Microblogging kann hier ein sehr wertvolles Werkzeug sein. Durch die vielen kleinen informellen Informations-Häppchen erhalten die Teammitglieder ein Näher-Dran-Gefühl und entwickeln ein Bewusstsein für die Tätigkeiten ihrer Kollegen.
Einige weitere Argumente für den Einsatz von Communote als Kommunikationswerkzeug in Projekten haben wir in der folgenden Tabelle zusammengetragen:
| Transparenz | Der primäre Nutzen von Microblogs liegt in einer deutlich gesteigerten Transparenz des Projektgeschehens für das Projektteam, den Projektleiter und ggf. weitere Beteiligte. Durch die Aufzeichnung der informellen Kommunikation werden Ereignisse frühzeitig sichtbar und strukturiert nachvollziehbar, die bisher nur wenigen direkt beteiligten Akteuren bekannt waren. |
| Geschwindigkeit | Durch die gesteigerte Transparenz kann das Team direkt auf eingetretene Ereignisse (z.B. geänderte Anforderungen) reagieren, was zu einer schnelleren Projektabwicklung führt. |
| Selbstorganisation | Communote unterstützt die Selbstorganisation innerhalb von Projekten. Insbesondere dadurch, dass der Status von Arbeitspaketen oder auch Verzögerungen frühzeitig in angrenzenden Projektbereichen bekannt sind, können sich Teammitglieder schneller selbst über den weiteren Verlauf abstimmen. Das führt zur Entlastung des Projektleiters. |
| Mobilität | Für Communote gibt es einen mobilen Client, mit dem via Mobiltelefon oder PDA Postings gesendet werden können. Damit werden Teammitglieder, die unterwegs sind, besser in die Projektkommunikation integriert. |
| Dokumentation | Durch die implizite Aufzeichnung und (mit Tags) strukturierte Speicherung der Kurznachrichten und Dialoge im Projekt entsteht eine chronologische Projekthistorie (i.S.e. Projekttagebuchs), ohne dass dafür ein zusätzlicher Zeitaufwand entsteht. Dabei werden insbesondere nicht nur Entscheidungen dokumentiert, sondern auch Argumentationen und Lösungswege. |
| Vernetzung | Wenn Projektmicroblogs auch für andere Mitarbeiter zugänglich sind, dann fördern diese den Aufbau von Netzwerken innerhalb des Unternehmens. Charakteristisch sind dabei insb. Hinweise von Kollegen zur Lösung bekannter Probleme, Hinweise auf Risiken und Interessensbekundungen zur Mitwirkung an laufenden Projekten. |
Bei Communardo hat sich der Microblog zu einem unverzichtbaren Kommunikationswerkzeug in vielen Projekten entwickelt. In einem Folgebeitrag werden wir in Kürze vorstellen, wie man dabei vorgeht und wie die Nutzung von Communote die Kommunikation in unseren Projekten verändert.
Microblogging spielt vor allem dort seine Stärken aus, wo wissensintensiv gearbeitet wird. Das gilt natürlich auch und vor allem für den akademischen Bereich. Einer unserer Anwender, die Professur für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Chemnitz, hat bereits letzte Woche auf dem bekannten Touchbase-Blog die Anwendungspotenziale von Educational Microblogging vorgestellt.
Am Samstag wird die Forschungsgruppe auf dem Educamp in Ilmenau vertreten sein und sich mit anderen Dozenten über innovative Lehrkonzepte austauschen – eine gute Gelegenheit also für alle Interessierten, Erfahrungsberichte aus erster Hand zu hören.
Anwendungsfall: Schichtleiterblog
Im FAZ.NET Blog hat Holger Schmidt einen hochinteressanten Beitrag unter dem Thema “Web 2.0 in Unternehmen: Schichtleiter-Blog statt Twitter” verfasst. Schichtleiter-Blogs sind ebenso wie Maschinentagebücher ein interessanter Anwendungsfall für Microblogs in Unternehmen. Warum? Hier der Kommentar zum o.g. Beitrag:
Ein Schichtleiter-Blog überrascht mich gar nicht. Die Überschrift “statt Twitter” dagegen schon. Dass ein Produktionsunternehmen anstelle von Twitter lieber einen internen Blog aufbaut ist durchaus verständlich aus Gründen der Sicherheit, Archivierbarkeit und Zuverlässigkeit. Während das personen-orientierte Twitter zum Aufbau von Kontaktnetzwerken nach außen (z.B. im Marketing, Service oder Consulting) sehr gut geeignet ist, braucht es für die Unterstützung interner Prozesse eine eigene Plattform. Dafür kommen aber durchaus twitter-ähnliche Microblogs in Frage, die eine chronologische Aufzeichnung kurzer Nachrichten oder Notizen erlauben und über Autoren, Schlagworte und Zeitangaben schnell und einfach recherchiert werden können. Der Unterschied zu Twitter liegt aber in der Ausrichtung auf Themen (z.B. eine Maschine, ein Prozess, eine Schicht, ein Projekt, ein Fachthema) und nicht wie bei Twitter auf der Vernetzung von Personen. Die Einfachheit von Microblogs wird sicherlich zu interessanten Einsätzen (z.B. Schichttagebücher, Maschinentagebücher, Projektblogs) führen und vor allem dazu beitragen mehr Kollegen aus der Papier-Generation mit in das Enterprise 2.0 Zeitalter zu leiten, als mit aufwändigeren Enterprise 2.0 Tools der 1. Generation wie z.B. Wiki, Weblogs & Co. Denn, eine kurze Notiz zu schreiben ist etwas was wir täglich tun, ins Notizbuch, in die “Kladde”, als kurze E-Mail, Instant Message oder SMS.
Wir werden in Kürze an dieser Stelle über weitere Anwendungsfälle berichten.
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